In
die Zukunft investieren
Potsdam Eine Stadt mit großen Chancen

Die Monumente der ehemaligen Residenz- und Garnisonstadt Potsdam ziehen jedes Jahr
zahlreiche Touristen an. Doch die Stadt ist auf dem Weg in eine Zukunft, die von
Wissenschaft und
Forschung wesentlich geprägt sein wird.
Foto: Fritze |
Potsdam ist auf der Suche nach einer neuen Identität. Während die Monumente
der ehemaligen Residenz- und Garnisonstadt nur noch kulturelle und touristische Bedeutung
haben, zeichnet sich der Weg in eine neue, von Wissenschaft, Forschung und Kultur
geprägte Zukunft immer deutlicher ab.
Ohne großes Aufsehen hat sich Potsdam in den vergangenen Jahren zu einem der
bedeutendsten Wissenschaftsstandorte in Deutschland entwickelt. Dies ergab auch eine 1999
durchgeführte Untersuchung der Landesvereinigung der außeruniversitären
Forschungseinrichtungen Brandenburgs (LAUF). In einem nach Anzahl der Einrichtungen,
Mitarbeiterzahl und Budget gewichteten Ranking nimmt Potsdam hinter Berlin, München und
Hamburg inzwischen den 4. Patz ein.
Im Zentrum der neuen Wissenschaftsstruktur steht die Universität. Obwohl ihre
Gründung erst elf Jahre zurückliegt, ist sie bereits ein respektierter und erfolgreicher
Partner in der deutschen und internationalen Wissenschaftslandschaft. In der Stadt und
ihrer unmittelbaren Umgebung sind zudem mehr als 20 außeruniversitäre
Forschungseinrichtungen mit rund 2 100 Beschäftigten, davon etwa 1 100
Wissenschaftler, angesiedelt. Sie decken ein breites Spektrum von den
grundlagenorientierten Naturwissenschaften über anwendungsorientierte
Technologieforschung bis zu den Geisteswissenschaften ab. Im Westen der Stadt, in Golm,
entsteht darüber hinaus der größte Wissenschaftspark Brandenburgs, in dem universitäre
Lehre und Forschung, außeruniversitäre Forschung sowie die Wirtschaft modellhaft
zusammenwirken sollen, um den Transfer von der Wissenschaft in die Wirtschaft fördern.

Die Universität Potsdam spielt in der
Wissenschaftslandschaft der
brandenburgischen Landeshauptstadt eine
zentrale Rolle. Trotz finanzieller Zwänge
sichert sie die Ausbildung in einem breiten
Fächerspektrum und eine auch international
beachtete Forschung.
Foto: Fritze |
Eine der herausragendsten Errungenschaften ist das im Oktober 1998 gegründete Hasso-Plattner-Institut für Softwaresystemtechnik
(HPI), ein An-Institut der Universität. Hasso Plattner, der Mitgründer des
Software-Riesen SAP und Vorstandssprecher des Unternehmens, beteiligte sich mit einem
dreistelligen Millionenbetrag am Aufbau eines neuen Gebäudekomplexes am Uni-Standort
August-Bebel-Straße in Babelsberg und stellt dem Institut über zwanzig Jahre hinweg
einen jährlichen Haushalt von 2,5 Millionen Euro aus seinem Privatvermögen zur
Verfügung. Das HPI ist damit eine der größten privaten Stiftungen in der Geschichte der
Bundesrepublik Deutschland und zeigt, wie öffentliche Zuwendungen sinnvoll durch private
Investitionen ergänzt werden können.
Das Netzwerk Wissenschaft" verleiht Potsdam somit längst eine neue
Qualität als Wissenschaftsstandort auch wenn diese Tatsache noch nicht immer in
das öffentliche Bewusstsein gedrungen ist. Schon jetzt übersteigen die privaten
Investitionen und der Drittmitteleinsatz am Wissenschaftsstandort Potsdam den Etat der
Universität um ein Mehrfaches. Von den über 650 Millionen DM, die im Jahre 2000 in
Potsdam für die wissenschaftliche Forschung ausgegeben wurden, entfielen nur etwa 150
Millionen auf den Haushalt der Universität. Allerdings: Ohne den Beitrag der
Universität, der Hochschulen insgesamt, wären die übrigen Mittel kaum in diesem Ausmaß
geflossen. Von den außeruniversitären Einrichtungen wird die Zusammenarbeit mit den
Hochschulen nicht nur gewünscht, sondern meist zur Bedingung ihres Engagements gemacht.

Manfred Görtemaker
bekleidet im Histo-
rischen Institut der
Uni Potsdam die
Professur für Neuere
Geschichte I. Derzeit weilt Görtemaker am St. Antony's
College in Oxford/Großbritannien, um in Lehre
und Forschung zu wirken.
Foto: privat |
Die Entwicklung der Wissenschaftslandschaft Potsdam ist deshalb kein
Selbstläufer, sondern bedarf kontinuierlicher Aufmerksamkeit und Pflege.
Wissenschaftsförderung und Wissenschaftsentwicklung setzen ein Bewusstsein für die
Notwendigkeit entsprechender Investitionen in die eigene Zukunft voraus. Die Stadt Potsdam
und das Land Brandenburg sind hierbei ebenso gefordert wie die örtlichen Hochschulen, die
sich durch ein attraktives wissenschaftliches Profil und überzeugende Leistungen in
Forschung und Lehre auszeichnen müssen.
Potsdam ist ein idealer Ort für Einrichtungen der wissenschaftlichen Forschung und
Lehre, die ihrerseits dazu beitragen, der Stadt ein neues, zusätzliches und vor allem
zukunftsfähiges Profil zu verleihen. Die Verantwortlichen wären gut beraten, dieses
Potential nicht durch Unachtsamkeit zu gefährden oder gar leichtfertig zu verspielen.
Manfred Görtemaker/Historisches Institut
Titelthema
| Uni Aktuell | Forschung | Studiosi | Personalia | Vermischtes
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Potsdam, Glaesmer, Knappe
[Letzte Aktualisierung 22.09.2002 Steffi Knappe] |