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Wichtige Bezugsperson
Nahaufnahme: Gilda Kapp ist Personalsachbearbeiterin für Auszubildende und Schwerbehinderte

Als Gilda Kapp zwischen 1975 und 1979 an der Potsdamer Pädagogischen Hochschule „Karl Liebknecht" Deutsch und Geschichte studierte und Lehrerin wurde, war nicht abzusehen, dass sie gut vierzehn Jahre später an den Ort zurückkehren würde, dem sie ihre erste berufliche Ausbildung verdankt und der jetzt Universität hieß. Noch weniger, dass es nach achtjähriger Lehrertätigkeit in Potsdam, darunter an einer Sprachheilschule, und anschließender Redakteur- und Lektorenarbeit an der „Akademie für Staat und Recht" in Babelsberg die berufliche Ausbildung selbst sein würde, die den Hauptteil ihres Berufs ausmacht.

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Aufbauarbeiterin und Familienmensch: Gilda Kapp
Foto: Fritze

Gilda Kapp betreut und koordiniert seit 1993 die fünfzig Auszubildenden, die alljährlich hier ihren Beruf erlernen und ihn, wenn alles gut geht, als Gärtner, Laborantin, Fachangestellter für Medien- und Informationsdienste, als Systemelektroniker, als Mediengestalter für Bild und Ton und natürlich als Kauffrau für Bürokommunikation, kurz Sekretärin genannt, erfolgreich abschließen. Ein Stück weit verrichtet die gebürtige Uckermärkerin dabei auch Sozialarbeit. „Das ist ja oft nur eine andere Form von Aufbauarbeit, und die mache ich grundsätzlich gerne." Die gesamte Lehrausbildung nach der Neugründung der Universität Potsdam fand in ihr eine wichtige Impulsgeberin, grundlegende Strukturen sind mit ihrer Person verknüpft. Die Probleme der Auszubildenden kennt sie genau und von Beginn an, jedes Jahr aufs Neue. „Nach der Ausschreibung und dem sechsmonatigen Bewerbungsprozedere, nach den Gesprächen mit den Jugendlichen, ihren Eltern und den Vertragsabschlüssen ist vor allem die Anfangsphase sehr zeitintensiv. Immerhin beginnt ja ein neuer Lebensabschnitt, für die meisten der entscheidende." Über ihren Tisch gehen sämtliche Bewerbungen, im letzten Jahr weit über hundert. In einem Jahr war es sogar das Vierfache. Sie kennt die Anforderungen der jeweiligen beruflichen Laufbahnen und die Bewerbungskriterien. Sie weiß mittlerweile zwischen den Zeilen zu lesen, kennt die Hintergründe; ihre beratende Funktion während des Auswahlverfahrens durch verschiedene Kommissionen ist mehr als das. Danach ist sie de facto erste und wichtigste Bezugsperson für alle Auszubildenden, ohne feste Sprechzeiten. Sie mag es, mit jungen Menschen zusammen zu sein und dabei mitzuhelfen, sie auf den Weg zu bringen. „Das schließt Enttäuschungen mit ein. Dann muss leider der arbeitsrechtliche Weg auch konsequent gegangen werden. Lieber ist es mir natürlich, wenn ich eine Möglichkeit finde, dass alle ihre Ausbildung erfolgreich beenden." Sie organisiert die Einführungswoche für die „Neuen" und unterstützt die Azubis dabei, wenn sie sich organisieren müssen, hält regelmäßigen Kontakt zur Fachaufsicht, die die Ausbildungsbedingungen prüft, wie gleichermaßen zu den Bereichen, wo sie versucht, deren alltägliche Arbeit mit der Ausbildungstätigkeit sinnvoll zu verbinden. Zu den Ausbildern vor Ort hat die fünfundvierzigjährige verheiratete Mutter dreier Söhne unbedingtes Vertrauen. Sie drängt sich nicht vor, bleibt lieber im Hintergrund. Kontrolleurin will und braucht die Wahltöplitzerin nicht zu sein und vom Credo, Probleme konstruktiv und ausgleichend zu lösen, sollte sich jeder Pädagoge ohnehin leiten lassen, so Kapp. Sie macht auf Anforderung Bewerbungstraining an Schulen und für das Berufsberatungszentrum am Arbeitsamt und wirkt in der Prüfungskommission für die „Kauffrau für Bürokommunikation" mit. Der Familienmensch Kapp, der Belletristik aller Coleur liest und gerne mehr Zeit für Musik hätte, betreut darüber hinaus die Schwerbehinderten, sorgt für die arbeitsmedizinische Betreuung und kümmert sich um die Praktikanten, deren Zahl stetig steigt. Manche wollen unbedingt wieder kommen. Kein schlechtes Zeichen für die Einrichtung im Allgemeinen. Erst recht nicht für Gilda Kapp im Besonderen.

tp

 

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[Letzte Aktualisierung 22.09.2002 Steffi Knappe]